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25.02.2019

Kritik am Aus für Kommission „Zukunft der Gebäude“

Wie die Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz (geea) mitteilt, wird die Bundesregierung die geplante Kommission „Zukunft der Gebäude“ dem Vernehmen nach zunächst doch nicht einberufen. Gegen diese Entwicklung regt sich Kritik in der Bau-, Energie- und Immobilienbranche. „Die kurzfristige Nachricht des vermeintlichen Aus für die geplante Gebäudekommission ist ein irritierendes Signal an die betroffenen Akteure“, sagte Andreas Kuhlmann, Sprecher der der Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz (geea) und Chef der Deutschen Energie-Agentur (dena). Die geplante Kommission sollte den Auftrag bekommen, ein Maßnahmenpaket zur Erreichung der Energie- und Klimaziele für den Gebäudesektor zu entwickeln.
Unverständnis äußerten auch der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW und der Deutsche Mieterbund (DMB). „Die Energiewende im Gebäudebereich ist ein gesellschafts-, wirtschafts- und sozialpolitisch grundlegendes Vorhaben. Die politische Steuerung versagt, wenn sie nicht zumindest versucht, einen breiten gesellschaftlichen Konsens über diese zentrale Frage herzustellen, so wie es bei der Kohlekommission gelungen ist und bei der Verkehrskommission angestrebt wird“, kritisierte Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW. Der Bundesdirektor des Deutschen Mieterbundes, Lukas Siebenkotten, ergänzte: „Die Gebäudekommission hätte die Möglichkeit geboten, in einem direkten Dialog zwischen Politik, Wohnungswirtschaft, Mieterbund und Umweltverbänden Lösungen zu suchen und zu diskutieren, wie das Ziel, bezahlbares Wohnen sicherzustellen, und die Ziele des Klimaschutzes und der Energiewende in Einklang gebracht werden können.“
Die geea weist darauf hin, dass die deutschen Energie- und Klimaziele für das Jahr 2020 als nicht mehr erreichbar gelten. Werde nun nicht entschlossen gehandelt, seien auch die für 2030 gesetzten Ziele in Gefahr. Die nötigen Instrumente für den Gebäudebereich lägen laut geea größtenteils auf dem Tisch. Zu nennen seien zum Beispiel eine deutliche und langfristige Verbesserung der Förderinstrumente sowie eine Informations- und Beratungsoffensive. Konkret fordert die geea eine Verbesserung der Energieeffizienz der Gebäudehülle durch energetische Sanierung um mindestens 40 Prozent durch eine Steigerung der jährlichen Sanierungsrate von 1 Prozent auf 1,4 Prozent.