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11.06.2018

Meilenstein für serielles Bauen

Der vom GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) initiierte europaweite Wettbewerb für serielles und modulares Bauen ist beendet. Aus 50 Bewerbungen wurden neun ausgewählt, die die besten zukunftsweisenden Konzepte für schnellen, kostengünstigen Wohnungsbau in hoher Qualität bieten. Die GdW das Bundesbauministerium, der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und der Bundesarchitektenkammer haben eine Rahmenvereinbarung zur Umsetzung der Konzepte unterzeichnet.
Damit haben Wohnungsunternehmen in ganz Deutschland die Möglichkeit, ihre Wohnungsneubauprojekte schnell, kostengünstig, unkompliziert und hochwertig zu realisieren. Die Zeitersparnis ergibt sich insbesondere dadurch, dass Teile der Projektausschreibung und -vergabe sowie der Planung eines vorgesehenen Wohnungsbaus durch die Rahmenvereinbarung vorweggenommen werden – und durch kürzere Baustellenzeiten dank der Vorfertigung von Bauteilen, teilt die GdW mit. Aus den neun Angeboten des neuen Rahmenvertrags können Wohnungsunternehmen das für sie passende Modellgebäude auswählen. Preislich bleiben die neun innovativen Modellgebäude mit einer Spanne von 2.000 und 3.200 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche unter den durchschnittlichen Herstellungskosten für Mehrfamilienhäuser in Deutschland.
Maßgeblich für die Auswahl der besten Wettbewerbsbeiträge waren z.B. eine gestalterisch ansprechende Architektur, städtebaulich variable Gebäude, eine Minimierung von Verkehrsflächen, ausreichende Belichtung für Wohnkomfort und Energieeffizienz, kompakte und flächeneffiziente Wohnungsgrundrisse, ein Drittel barrierefrei nutzbare Wohnungen, energieeffiziente und nachhaltige Gebäudekonzepte sowie ein hohes Maß an Standardisierung zugunsten von zeit- und kostensparendem Bauen.
„Wir müssen es schaffen, dass neu gebaute Mietwohnungen auch ohne Förderung für die Mitte der Bevölkerung wieder bezahlbar werden. Mit der heute unterzeichneten Rahmenvereinbarung für seriellen und modularen Wohnungsbau liefern wir dafür einen entscheidenden Baustein“, sagte GdW-Präsident Axel Gedaschko. Barbara Ettinger-Brinckmann, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, hob hervor, „dass anspruchsvolle Architektur und serielles Bauen sich nicht zwingend ausschließen“. Allerdings würden noch andere intelligente Instrumente zur weiteren Stärkung des Wohnungsbaus benötigt, um das kleinteilige Einfügen von neuen Wohnungen in den urbanen Raum zu beschleunigen.
Für die deutsche Bauindustrie betonte HDB-Vizepräsident Marcus Becker, dass die Rahmenvereinbarung in doppeltem Sinne Pilotcharakter habe: „Zum einen wollen wir die Potenziale ausloten, die im seriellen und modularen Wohnungsbaubezüglich Schnelligkeit und Kostengünstigkeit noch schlummern. Zum anderen sehen wir in der Design-and-Build Ausschreibung einen wichtigen Schritt in Richtung einer vertieften partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Architekten und Baufirmen.“

Info: http://web.gdw.de/seriellesbauen