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20.05.2019

Verbändebündnis Wohnungsbau fordert Masterplan

Das Verbändebündnis Wohnungsbau fordert einen Masterplan für den sozialen und bezahlbaren Wohnungsbau. Ein zentraler Aspekt dabei müsse die Bereitstellung von neuem Bauland sein. Auch der gravierende Engpass im sozialen Wohnungsbau müsse angegangen werden. Nötig seien pro Jahr 80.000 neue Sozialmietwohnungen – tatsächlich gebaut werde aber aktuell nur ein Drittel des Bedarfs. Das Thema berge „ungeheuren sozialen Sprengstoff“, mahnt der Verbändebündnis, in dem sich sieben Organisationen und Verbände der Bau- und Immobilienbranche zusammengeschlossen haben.
Auch jenseits des Sozialwohnungsbaus müsse bezahlbares Bauen und Wohnen deutlich stärker in den Fokus rücken. „Das Problem des bezahlbaren Wohnens ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, so das Verbändebündnis Wohnungsbau. Mindestens 60.000 bezahlbare Mietwohnungen müssten pro Jahr gebaut werden. Realisiert werde aber nur gut die Hälfte (55 Prozent).
Bei einem Wohnungsbau-Tag stellte das Verbändebündnis eine Prognos-Studie vor, die unter dem Titel „Wer baut Deutschland?“ eine „Inventur zum Bauen und Wohnen 2019“ macht. Sie verdeutlicht die Brisanz des Themas. Gerade in den gut 40 Städten, in denen die Lage auf den Wohnungsmärkten am angespanntesten sei, finde insgesamt zu wenig Wohnungsneubau statt, so das Prognos-Institut. Die Studie benennt eine weitere Folge des Wohnungsmangels: Die durchschnittliche Wohnfläche je Neubauwohnung sei in den letzten sechs Jahren um rund elf Quadratmeter zurückgegangen – ein Minus von zehn Prozent. Hohe Grundstückskosten und andere Preistreiber machten es privaten Investoren und Projektentwickler immer schwerer, bezahlbar und rentabel zu bauen. Das wiederum treibe die Mieten nach oben.
Unmissverständlich kritisierte das Verbändebündnis auf dem Wohnungsbau-Tag Bund, Länder und Kommunen: „Es passiert auf allen drei Ebenen viel zu wenig. Der Wohnungsbau kommt nur schleppend voran, weil ein beherztes politisches Zupacken fehlt.“ Von Bund und Ländern fordert das Bündnis eine deutliche Entschlackung der Bauvorschriften und von den Kommunen zügigere Genehmigungsverfahren durch mehr Personal und Digitalisierung in den Baubehörden.
Das Verbändebündnis formulierte zehn Handlungsempfehlungen für mehr Wohnungsneubau. Dazu gehören u.a. die Bereitstellung von mehr Bauland, mehr langfristige Investitionssicherheit, eine stärkere Förderung des sozialen Wohnungsbaus, mehr Personal in den Verwaltungen oder eine stärkere Digitalisierung des Bauprozesses.