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13.11.2020

Das Gebäudeenergiegesetz und die Folgen für Bauherren

Als „Zwischenschritt mit Augenmaß“ bewertet der Verband Privater Bauherren (VPB) das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG). Es ist zum 1. November 2020 in Kraft getreten und überführt die bislang geltende Energieeinsparverordnung (EnEV), das Energieeinsparungsgesetz (EnEG) sowie das Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz (EEWärmeG) in ein einheitliches Gesetz. Zwar müssten mit dem GEG nun alle Neubauten Niedrigstenergiegebäude im Sinne der EU-Gebäuderichtlinie sein, allerdings habe der Gesetzgeber zunächst auf eine Verschärfung der Anforderungen an Neubauten verzichtet, erklärt der VPB. Dies soll dazu beitragen, den Bau dringend benötigter Wohnungen nicht unnötig zu verzögern und zu verteuern. Für 2023 behält sich der Gesetzgeber jedoch eine Überprüfung der Maßnahmen vor, insbesondere mit Blick auf das Klimaschutzprogramm 2030.
Für private Bauherren bedeute dies in der Zwischenzeit, dass das Gros der aktuell laufenden Bauvorhaben, seien es Neubau oder Erweiterung und Ausbau sowie grundlegende Renovierung im Bestand, noch nach den alten Vorschriften von EnEV und EnEG errichtet wird, so der VPB. Ausschlaggebend seien der Zeitpunkt der Beantragung der Baugenehmigung, der Eingang der Bauanzeige oder der faktische Baubeginn, sofern es sich um verfahrensfreie Vorhaben handle. „Wer jetzt schon mitten im Bau steckt, ist also nicht vom GEG betroffen“, erläutert der VPB. Für den Wohnungsneubau wurde ein „Modellgebäudeverfahren“ eingeführt. Dabei handelt es sich um ein vereinfachtes Verfahren zum Nachweis der Einhaltung der GEG-Vorschriften. Es soll vor allem für Planer Vereinfachungen beinhalten.
Eine Aufwertung bringt das GEG für den Energieausweis. Unter anderem muss das Dokument künftig ein CO2-Äquivalent zur Klimaverträglichkeit des Gebäudes enthalten. Makler müssen laut VPB dafür sorgen, dass bei Vermietung, Verpachtung oder Verkauf ein gültiger Energieausweis vorliegt. Nur noch bis zum 1. Mai 2021 dürften Energieausweise nach altem Recht ausgestellt werden.