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15.11.2021

Studie zu CO2-Emissionen von Bauwerken

Den CO2-Fußabdruck von 50 zertifizierten Gebäuden hat die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) in einer Studie ermittelt. Dabei zeigte sich, dass gut ein Drittel aller Treibhausgasemissionen eines Gebäudes vor der tatsächlichen Nutzung entstehen, und zwar bei der Herstellung und Errichtung. Ansatzpunkte, um diese verbauten CO2-Emissionen zu reduzieren, sieht die DGNB u.a. in der Bauweise, den Bauteilen mit großer Masse und der Nutzungsdauer der Baustoffe. Die Studie ist kostenlos abrufbar unter www.dgnb.de/studie-oekobilanzierung.
„In der Energieeffizienz von Neubauten haben wir in den letzten Jahren Fortschritte gemacht. Mit Blick auf die nächsten Jahre müssen wir jetzt dringend einen zusätzlichen Fokus auf die Treibhausgasemissionen des Bauwerks legen. Sie machen gut ein Drittel der gesamten Gebäudeemissionen aus und können bei Gebäuden mit sehr niedrigem CO2-Fußabdruck sogar bei 50 Prozent und mehr liegen. Hier eine Datengrundlage und Orientierung für Planende und Auftraggebende zu schaffen und die Diskussion mit konkreten Zielen für 2030 anzustoßen, ist ein zentrales Ziel unserer Veröffentlichung“, erläutert Dr. Anna Braune, Abteilungsleiterin Forschung und Entwicklung der DGNB.
Im Rahmen der DGNB-Studie wurden 46 Büro- und vier Wohngebäude mit einer Brutto-Grundfläche zwischen 600 und 40.000 Quadratmetern ökobilanziell ausgewertet. Die Stichprobe umfasste drei Holz- bzw. Holzhybridgebäude, 25 Gebäude in Massivbau- und 22 in Stahlbeton-Skelettbauweise.
Die Treibhausgasemissionen von Gebäuden lassen sich in betriebsbedingte und verbaute Emissionen unterteilen. Letztere liegen bei konventionellen Neubauten im Lebenszyklus von 50 Jahren bei etwa 500 bis 800 kg CO2e/m2 (CO2-Äquivalente in Kilogramm pro Quadratmeter), erläutert die DGNB. Die in der DGNB-Studie untersuchten Gebäude lassen sich mit im Mittel ca. 440 Kilogramm CO2e/m2 zwar unter dem genannten und auch etwas unter dem bisherigen Referenzwert der DGNB Zertifizierung für Neubauten einstufen. Allerdings ist diese Zahl laut DGNB im Hinblick auf die Klimaschutzziele noch viel zu hoch. „Wenn wir es wirklich ernst meinen mit dem Klimaschutz, müssen wir sehr viel ambitionierter sein“, betont Braune.
Die DGNB plant zwei Folgestudien, die zum einen weitere Nutzungstypen in den Blick nehmen und zum anderen den Fokus auf Vorzeigeprojekte richten, die in der Ökobilanz außerordentlich gut abschneiden. Interessierte können sich direkt bei der DGNB melden.