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29.09.2021

Studie mit verhalten optimistischer Bau-Prognose bis 2023

Eine aktuelle Studie von BauInfoConsult sieht die deutsche Baukonjunktur bis 2023 gut aufgestellt. Die Marktforscher rechnen, trotz der zu erwartenden Effekte durch die vierte Corona-Welle im letzten Quartal 2021, mit einer schrittweisen Normalisierung der Entwicklung. Allerdings werde das Preisniveau weiter hoch bleiben. In diesem Jahr werde das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach den Lockdowns in 2020 und 2021 das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreichen, so die Prognose von BauInfoConsult. Demnach werde das BIP in Deutschland in 2021 um 3,4 Prozent zulegen und 2022 mit ähnlicher Wachstumsdynamik anschließen. Doch erst 2023 werde sich das BIP wieder in normalen Wachstumstoleranzen bewegen.
Die Bauwirtschaft könnte indes von dieser verlangsamten Entwicklung profitieren, da so überhitzte Märkte und dadurch verursachte Rückpralleffekte auf den Bau wohl vermieden würden. Nach der zu erwartenden Stagnation im Jahr 2021 (+0,6 Prozent bei Bauvolumen und Bauinvestitionen) sind laut BauInfoConsult ab 2022 wieder Nachholeffekte bei den Bauinvestitionen und beim Bauvolumen zu erwarten.
Für den Wohnungsbau geht die Studie nach dem überraschend genehmigungsstarken Corona-Krisenjahr 2020 in den nächsten zwei Jahren von eher moderaten Wachstumsraten bei den Wohnungsbaugenehmigungen aus. Rückpralleffekte seien vor allem im Einfamilienhausbau zu erwarten, während Zwei-, Drei- und Mehrfamilienhäuser in Bezug auf Zahl, Fläche und Wohneinheiten deutlich zulegten.
Im Nichtwohnungsbau ist nach Einschätzung von BauInfoConsult „im Großen und Ganzen eine ausgeglichene Entwicklung zu erwarten“. Allerdings werde es auch in den Jahren bis 2023 nicht zu einem Nachholboom kommen, sondern eher zu einer Verfestigung der Stagnation über den gesamten Prognosezeitraum hinweg. Wachstum sei beispielsweise im Bürogebäudesektor, bei Schulgebäuden oder Lagergebäuden zu erwarten, auf der Verliererseite stünden zum Beispiel Hotel- und Gastgewerbebau, Landwirtschaftsbau oder Handelsgebäude.
Im Modernisierungsmarkt prognostiziert die Studie eine Zunahme des energetischen Modernisierungsvolumens im Prognosezeitraum bis 2023. „Insgesamt dominieren nichtenergetische Maßnahmen das Modernisierungsvolumen aber nach wie vor, sodass die derzeitigen Bemühungen kaum ausreichen dürften, um die Klimaschutzziele für den Gebäudesektor bis 2030 zu erreichen“, warnt BauInfoConsult. „Insbesondere die teilweise ins Leere laufenden Anreize und die teilweise komplizierte Gesetzgebung stehen der Entwicklung bis 2023 im Wege.“