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06.10.2021

Materialmangel: Entspannung am Bau, Verschärfung in der Industrie

Bei den Einschätzungen zur Entwicklung bei der aktuellen Materialknappheit in der deutschen Wirtschaft zeigen sich unterschiedliche Bewertungen. Dies machen aktuelle Erhebungen des ifo-Instituts für September 2021 deutlich. So scheint sich die Lage in der Baubranche etwas zu entspannen, während sie sich in der Industrie weiter verschärft.
Laut ifo-Institut berichteten im September 36,3 Prozent der Hochbaubetriebe von Materialknappheit – das sind knapp sechs Prozent weniger als im Vormonat. Im Tiefbau waren es 27,6 Prozent (minus 3,8 Prozent gegenüber August). Stark betroffen sei aber immer noch der Wohnungsbau, wo immer noch 40 Prozent der Unternehmen eine Behinderung ihrer Bautätigkeit durch Lieferprobleme meldeten. Es fehle insbesondere an Dämmstoffen, Stahl, Holz und Kunststoffrohren. Zumindest rechne der Großhandel für Holzprodukte nun wieder mit sinkenden Preisen, während bei vielen anderen Baustoffen weitere Preissteigerungen befürchtet werden.
Anders als am Bau, hat sich in der Industrie die Versorgungslage erneut verschlechtert. Nach Angaben des ifo-Instituts berichteten im September 77,4 Prozent der Industriefirmen in Deutschland über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen. Der Rekord von 69,2 Prozent aus dem Vormonat August wurde damit nochmals übertroffen. „Es sind viele Aufträge da, Unternehmen können diese gegenwärtig aber nicht produzieren“, sagt der Leiter der ifo Umfragen, Klaus Wohlrabe. In der Autoindustrie sei die Lage besonders ernst. Ebenso klagen viele andere zentrale Branchen über enorme Materialknappheit. Eine Entspannung der Situation gab es im September im Vergleich zum Vormonat in keiner Branche. Daher planen laut ifo-Institut immer mehr Unternehmen Preiserhöhungen.