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11.01.2021

Deutschland bei Wohneigentumsquote Schlusslicht in Europa

Die Wohneigentumsquote in Deutschland, also der Anteil der Haushalte, die in ihren eigenen vier Wänden leben, lag 2018 nur noch bei 42 Prozent. Damit bleibt Deutschland Schlusslicht in Europa. Zudem ist die Wohneigentumsquote erstmals seit 1993 wieder gesunken – um einen Prozentpunkt im Vergleich zur letzten Erhebung vor fünf Jahren. Dies ist das zentrale Ergebnis einer Analyse der aktuellen Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) des Statistischen Bundesamts durch das Berliner Forschungsinstitut empirica in Zusammenarbeit mit LBS Research. Dabei zeigt sich, dass die Wohneigentumsquote in Ostdeutschland, wo der Erwerb einer eigenen Immobilie erst nach der Wiedervereinigung zu einer echten Option wurde, mit 36 Prozent nach wie vor deutlich unter dem 45-Prozent-Wert in Westdeutschland liegt.
Schwierigkeiten bei der Wohneigentumsbildung hatten laut der Studie vor allem die 30- bis 39-Jährigen. In der Altersgruppe von 40 bis 49 Jahren, wo sich die meisten Familien mit minderjährigen Kindern finden, ist die Wohneigentumsquote ebenfalls rückläufig, wenn auch auf hohem Niveau.
Als politische Konsequenz aus diesen Befunden betont LBS Research, dass Familien weiterhin Unterstützung benötigen, um Kindern ein möglichst behütetes Leben in der Sicherheit des eigenen Hauses oder wenigstens der eigenen Wohnung ermöglichen zu können. Förderungswürdig sei die Wohneigentumsbildung aber auch, weil sie zugleich Vermögensaufbau bedeute und vor allem über das mietfreie Wohnen eine bedeutende Komponente der privaten Altersvorsorge darstelle.
Oft scheitere der Eigentumserwerb daran, dass die Ersparnisse und damit das Eigenkapital vieler junger Familien nicht mit den explodierenden Immobilienpreisen Schritt halten können. Daher sei das Baukindergeld ein richtiger Förderansatz gewesen. Zudem fordert LBS-Research eine Reduzierung der Erwerbsnebenkosten, etwa durch einen Freibetrag für Ersterwerber bei der Grunderwerbsteuer.