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20.07.2022

Bundesarchitektenkammer: Verschärfung des GEG-Neubaustandards verwässert

Die Bundesarchitektenkammer (BAK) kritisiert die vom Deutschen Bundestag am 7. Juli verabschiedete Änderung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Darin werde die für 2023 geplante Verschärfung des Neubaustandards auf das Effizienzhaus 55 Level (EH55) zwar umgesetzt. Allerdings solle diese nun ausschließlich über eine Anhebung der Anforderungen an den Primärenergiebedarf vollzogen werden, moniert die Bundesarchitektenkammer. Auf die notwendige Verschärfung der Anforderungen an den Wärmeschutz werde hingegen verzichtet. Damit werde der ursprünglich von der Bundesregierung angedachte und aus Sicht der BAK folgerichtige Schritt einer Anhebung des gesetzlichen Neubaustandards auf EH55 verwässert.
„Der Fokus auf den Primärenergiebedarf und die damit verbundene Stärkung klimafreundlicher Wärmetechnologien ist nur eine Seite der Medaille. Denn es gilt nicht nur, die Klimakrise und die Abhängigkeit von fossilen Energien zu lösen, sondern auch, die aktuelle Energiekrise zu bewältigen. Es gilt, die Bürgerinnen und Bürger vor explodierenden Heizkosten zu schützen. Um dieses Problem an der Wurzel zu packen, braucht es Gebäude, die eben nicht nur erneuerbar beheizt, sondern vor allem sparsam sind. Und dafür wiederum braucht es zeitgemäße Wärmeschutzanforderungen bei Neubauten. Denn andernfalls zahlen die Bewohnerinnen und Bewohner für die schlechten Wärmestandards“, kritisiert die BAK, die sich bereits mit einer kritischen Stellungnahme an die Fraktionen des Bundestags gewandt hat.