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11.01.2019

GdW fordert Kurswechsel beim Klimaschutz im Wohngebäudebereich

Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW mahnt ein Umsteuern bei der Klimapolitik im Gebäudebereich an. Ansonsten seien die Klimaschutzziele nicht zu erreichen. „Mit einem 'Weiter so' wird sich der Ausstoß von Treibhausgasen bei Wohngebäuden nicht mehr maßgeblich verringern lassen, sondern die Kosten für Vermieter und Mieter werden lediglich weiter steigen, ohne dass die Verbraucher dabei einen konkreten Nutzen vor Augen haben“, sagt Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW. Die bisherige Klimapolitik im Gebäudebereich sei sozial ungerecht und verringere die Akzeptanz der Energiewende in der Bevölkerung weiter.
Der GdW weist darauf hin, dass die Wohnungswirtschaft massiv in die Energiewende investiert und ihren Treibhausgasausstoß seit 1990 bereits um circa 60 Prozent sowie den Energieverbrauch um circa 30 Prozent verringert habe. Das Problem aus Sicht des GdW: Obwohl deutschlandweit mit jährlich rund 35 Milliarden Euro enorme finanzielle Mittel in energetische Maßnahmen an Wohngebäuden gesteckt würden, gingen seit einigen Jahren weder der Endenergieverbrauch an Raumwärme noch die CO2-Emissionen zurück. „Das zeigt: Die Maßnahmen der derzeitigen Klimapolitik im Gebäudebereich kosten viel und bringen in der Summe zu wenig“, kommentiert der Verband. „Wir sind mit der Energieeffizienz und dem Klimaschutz im Gebäudesektor in einer Sackgasse angekommen“, so das Fazit von Gedaschko.
Der GdW fordert daher eine neue „Klimapolitik 4.0“ mit starker sozialer Komponente. Notwendig seien u.a. eine sofortige Evaluation der Strategie und Praxis bei Energieeinsparung und Klimaschutz der letzten zehn Jahre, um festzustellen, welche Energieeinsparungen mit welchen Investitionen in den Wohnungsbestand und -neubau erreicht wurden. Auch müssten die Kosten pro eingesparter Tonne CO2 transparent gemacht, Maßnahmen mit niedrigen Vermeidungskosten bevorzugt und für eine hohe CO2-Minderung eine Investitionsförderung eingeführt werden. Nötig sei zudem eine drastische Vereinfachung der dezentralen Stromerzeugung mit einem stärkeren Fokus auf Quartierslösungen. Darüber hinaus mahnt der GdW eine „in sich konsistente Energie-, Klima-, Bau-, Mieten- und Sozialpolitik“.