VEKA AG
Branchennews Branchennews allgemein
15.07.2020

Bundesarchitektenkammer: Vorsichtiger Optimismus, aber keine Entwarnung

Bisher hat die Corona-Krise Architekten und Ingenieure noch nicht so hart getroffen wie zunächst befürchtet. Die staatlichen Stützungsmaßnahmen sorgen offenbar für Stabilität in der Branche. Dies zeigt der Vergleich zwischen zwei deutschlandweiten Kurzbefragungen der Bundesarchitekten- und Bundesingenieurkammer im April und Juni 2020 zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie.
Hatten bei der ersten Erhebung im April noch 81 Prozent der befragten Architekturbüros angegeben, negative Folgen der Corona-Pandemie zu spüren, waren es im Juni lediglich 62 Prozent. Zudem berichteten im Juni nur noch sechs Prozent der Kammermitglieder über akute Liquiditätsprobleme im Vergleich zu 18 Prozent im April.
Dennoch gebe es laut Bundesarchitektenkammer und Bundesingenieurkammer keinen Grund zur Entwarnung. Denn der Ausblick zeigt, dass 49 Prozent der Kammermitglieder einen Auftragsrückgang in den nächsten zwölf Monaten erwarten, und 17 Prozent befürchten sogar ernste Liquiditätsengpässe im kommenden Jahr. Aktuell melden 62 Prozent der Büros, derzeit nicht oder nur in eingeschränktem Maße Neuaufträge abschließen zu können.
Vor diesem Hintergrund hält die Bundesarchitektenkammer drei Maßnahmen für erforderlich: Wichtig sei eine Stärkung der öffentlichen und gewerblichen Auftraggeber sowie damit einhergehend eine zügige Erteilung von Baugenehmigungen. Zudem müssten finanzielle Hilfen von Bund, Ländern und Gemeinden auch für diejenigen zur Verfügung stehen, die erst zu einem späteren Zeitpunkt von den Auswirkungen der Krise betroffen seien. Und schließlich müssten die Förderbedingungen an die konkreten Bedarfe der jeweiligen Berufsstände angepasst werden. Vor allem beim Corona-Soforthilfe-Programm solle nicht nur der Antragszeitraum, sondern der Bemessungszeitraum verlängert werden.