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17.04.2019

Trotz Rekord beim Wohnungsbau: Bedarf nicht gedeckt

Nach Einschätzung des ifo-Instituts dürfte im Jahr 2018 erstmals seit 2001 wieder die Marke von 300.000 fertiggestellten Wohnungen übertroffen worden sein. Dennoch werde die Bundesregierung „ihre Ziele deutlich verfehlen, die bei 350.000 bis 400.000 Wohnungen im Jahr liegen“, erklärt der ifo-Bauexperte Ludwig Dorffmeister. Ein Grund dafür seien die stark ausgelasteten Kapazitäten des Baugewerbes, die gerade in den Ballungsgebieten einen deutlich rascheren Ausbau des örtlichen Wohnungsangebotes verhinderten.
Nach Berechnungen des ifo-Experten verteilten sich die Fertigstellungen in 2018 wie folgt: Rund 105.000 Wohneinheiten entfielen auf Ein- und Zweifamilienhäuser und 155.000 auf Mehrfamilienhäuser. Weitere 40.000 Wohnungen seien in bestehenden Gebäuden sowie in neuen Nicht-Wohngebäuden entstanden.
Dorffmeister geht davon aus, dass sich die Zahl der Fertigstellungen in Mehrfamilienhäusern bis 2021 aufgrund vieler bereits vorliegender Genehmigungen voraussichtlich auf rund 190.000 Einheiten erhöhen werde: „Dank der prall gefüllten Pipeline werden die Wohnungsbaufirmen bis weit ins nächste Jahrzehnt hinein gut zu tun haben. Daran dürfte auch die zurzeit bereits nachlassende Dynamik bei den Genehmigungen wenig ändern.“
Spürbar abnehmen werde hingegen die Nachfrage nach neuen Ein- und Zweifamilienhäusern. Grund sei die Tatsache, dass die Bevölkerung in Deutschland altere, so Dorffmeister: „Erstens sinkt die Zahl der für diesen Gebäudetyp potenziellen Nutzer, zweitens führt die steigende Zahl an Erbschaftsfällen langfristig zu einem erhöhten Angebot an Gebrauchtimmobilien.“