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23.03.2022

Treibhausgasemissionen steigen wieder – auch im Gebäudesektor

Die Treibhausgasemissionen in Deutschland sind 2021 wieder angestiegen. Dies teilen das Umweltbundesamt (UBA) und das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz mit. Demnach wurden im Jahr 2021 rund 762 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt – das sind gut 33 Millionen Tonnen oder 4,5 Prozent mehr als 2020.
Klima-Staatssekretär Patrick Graichen kündigte ein Klimaschutz-Sofortprogramm der Bundesregierung an. Entscheidend sei ein wesentlich höheres Tempo beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Der Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung müsse bis 2030 auf 80 Prozent gesteigert werden. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine habe zudem auf dramatische Weise deutlich gemacht, wie sehr Sicherheit und Energieversorgung zusammenhängen.
Seit 1990 sanken die Emissionen in Deutschland um 38,7 Prozent. Das Ziel für 2030 ist ein Minus von 65 Prozent. Emissionssteigerungen gegenüber dem Vorjahr gab es 2021 in nahezu allen Bereichen, heißt es in der gemeinsamen Pressemitteilung von UBA und Ministerium. Nach den verfügbaren Daten habe seit 2010 vor allem die Energiewende zur Reduktion der Emissionen beigetragen. Alle anderen bedeutenden Sektoren hätten seit 2010 mehr oder weniger stagniert.
So wurde für den Gebäudebereich 2021 eine Emissionsminderung von knapp 4 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten (minus 3,3 Prozent) auf rund 115 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente verzeichnet. Dennoch überschreitet der Gebäudesektor damit erneut die erlaubte Jahresemissionsmenge gemäß Bundes-Klimaschutzgesetz, die bei 113 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten liegt.
Vor diesem Hintergrund fordert die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mehr Anstrengungen bei der klimagerechten Sanierung von Altbauten. Die Gewerkschaft verweist darauf, dass Gebäude bis 2045 emissionsfrei werden sollen. Experten gingen davon aus, dass dafür jedes Jahr rund zwei Prozent der Bestandsgebäude energetisch saniert werden müssen. Aktuell liege die Quote jedoch bei nur einem Prozent.