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27.03.2019

LBS: In NRW fehlen jährlich bis zu 30.000 Neubauwohnungen

Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen haben die Baugenehmigungen im Jahr 2018 – entgegen dem eher stagnierenden Bundestrend – um 5,8 Prozent zugelegt. Derzeit würden jährlich Baugenehmigungen für rund 50.000 neue Wohnungen erteilt, berichtet die Landesbausparkasse (LBS) und mahnt zugleich, dass das nicht reiche. Für eine spürbare Entlastung auf dem Wohnungsmarkt sind nach LBS-Einschätzung bis zu 30.000 Fertigstellungen mehr pro Jahr notwendig.
Zur Schließung der aufgestauten Bedarfslücke seien mehrere Baujahrgänge mit bis zu 80.000 neuen Wohnungen erforderlich, erklärt die LBS unter Bezugnahme auf Berechnungen verschiedener Marktforscher. Unmöglich sei das nicht: Mitte der neunziger Jahre seien teilweise über 100.000 Wohnungen jährlich neu auf den Markt gekommen.
LBS-Vorstand Jörg Münning appelliert daher: „Neben den Investoren, die oft wegen der Grundstückspreise bereits an die Rentabilitätsgrenze stoßen, können die Wohneigentümer erheblich zum Neubau beitragen.“ Denn NRW weise derzeit eine Wohneigentumsquote von nur 41 Prozent auf und liege damit bundesweit im unteren Mittelfeld. LBS Research beziffert das Potenzial derjenigen, die sich die eigenen vier Wände leisten können, jedoch auf bis zu 63 Prozent. Daher müssten insbesondere einkommensschwächere Haushalte bei der Wohneigentumsbildung unterstützt werden, fordert Münning. Denkbare Maßnahmen seien eine deutliche Aufwertung der Wohnungsbauprämie, Vereinfachungen bei der Wohn-Riester-Förderung, ein Grunderwerbsteuer-Freibetrag für Ersterwerber sowie ein leichterer Zugang zu Landesfördermitteln.