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04.11.2020

Heinze Baumarktprognose: Vorkrisenniveau erst wieder 2022/23

Die mittelfristige Zukunft der Bauwirtschaft wird vor allem von der Corona-Pandemie und dem Klimawandel beeinflusst. Zu diesem Schluss kommen die Marktforscher der Heinze GmbH in ihrer aktuellen Baumarktprognose für die Jahre 2020 bis 2025. Angesichts der weltweit rasant steigenden Corona-Infektionszahlen geht Heinze „noch lange von einer 90-Prozent-Ökonomie aus, in der ganze Bereiche als Wachstumsstützen wegbleiben. Die anrollenden Insolvenzen werden 2021 das Wachstum belasten“, so die Einschätzung des auf Marketing- und Informationsdienstleistungen im Baubereich spezialisierten Unternehmens. Das Vorkrisenniveau werde erst 2022/23 erreicht.
Die neue Haushaltsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2020 senke die Erwartungen an die Wohnungsnachfrage aus demografischer Sicht. Nach heutigem Stand der Vorausschätzung werde die die Zahl der Haushalte im Jahr 2035 um 680.000 Haushalte unter den bisherigen Erwartungen liegen. Der demografischen Nachfrageindikator wachse trotzdem weiter, wenn auch leicht abgeschwächt. Bei den Fertigstellungen im Eigenheimbau sieht Heinze eine stabile Entwicklung oberhalb der Marke von 100.000 Wohneinheiten.
Bei der Betrachtung der Fördermaßnahmen für die klimafreundliche Gebäudesanierung kommen die Heinze-Marktforscher auf ein Fördervolumen für 2020 von drei bis vier Mrd. Euro. Allerdings müssten zur Erreichung der klimapolitischen Ziele nach vorsichtigen Schätzungen der Wohnungsverbände 14 bis 25 Mrd. Euro Fördermittel jährlich aufgebracht werden. Die gesamte Investitionssumme wäre doppelt so hoch. Das Bauvolumen für Modernisierungen im Hochbau müsse jährlich um ein Viertel höher liegen als derzeit. Hier zeichne sich eine gewaltige politische und baugewerbliche Herausforderung ab.