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19.04.2019

Europäische Bürgerinitiative „Wohnen für alle“ gegründet

Unter dem Titel „Wohnen für alle / Housing for all“ hat sich eine Europäische Bürgerinitiative gegründet. Aus Sicht der Initiative geraten Deutschland und Europa angesichts der steigenden Wohnkostenbelastung mehr und mehr in eine Wohnungskrise. So zahlten derzeit rund 53 Millionen Europäerinnen und Europäer mehr als 40 Prozent ihres Einkommens für das Wohnen. Vertreter der Bürgerinitiative sowie des Deutschen Gewerkschaftsbundes und des Deutschen Mieterbundes formulierten auf einer Pressekonferenz Forderungen an die EU. Im Kern geht es dabei um bessere rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen für mehr bezahlbares und soziales Wohnen.
Lukas Siebenkotten, Bundesdirektor des Deutschen Mieterbundes (DMB), stellte die schwierige Wohnungsmarktsituation in Deutschland dar. Wohnen sei hierzulande für immer mehr Haushalte nicht mehr bezahlbar. Nach DMB-Angaben geben 37,4 Prozent aller Haushalte schon heute mehr als 30 Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommens für die Kaltmiete aus. Bei 17 Prozent liege die Wohnkostenbelastung sogar über 40 Prozent.
„Wir brauchen deshalb mehr bezahlbare Wohnungen, das heißt, im Wohnungsbestand müssen Mietsteigerungen verhindert bzw. drastisch eingeschränkt werden. Zum anderen brauchen wir mehr neue Sozialwohnungen. Statt wie bisher 27.000 preisgebundenen Wohnungen, müssen mindestens 100.000 Sozialwohnungen pro Jahr neu gebaut werden.“ Dazu müssten Förderbedingungen und Förderumfänge deutlich verbessert werden.
Die Europäische Bürgerinitiative hat sich zum Ziel gesetzt, innerhalb eines Jahres eine Million Unterschriften von Unterstützern in ganz Europa zu sammeln, damit die gemeinsamen Forderungen sowohl von der EU-Kommission als auch vom Europäischen Parlament angehört und behandelt werden. Für Deutschland wurde die Zielmarke von mindestens 72.000 Unterschriften ausgegeben. Bis zum 18. März 2020 können Unterstützer auf www.housingforall.eu ihre Stimme abgeben.