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08.07.2019

Bundesregierung: Wohnraumsituation weiter angespannt

In ihrem kürzlich vorgestellten Wohngeld- und Mietenbericht 2018 konstatiert die Bundesregierung Fortschritte beim Wohnungsbau. So habe die Bautätigkeit im Jahr 2017 um 80 Prozent höher gelegen als noch 2009. Insgesamt seien 285.000 Wohnungen fertig gestellt worden. Gleichwohl räumt die Regierung ein, dass die Wohnraumsituation angespannt bleibe.
Dabei stelle sich die Situation am deutschen Wohnungsmarkt regional sehr unterschiedlich dar. Während in wachsenden Regionen und Städten Wohnungsengpässe, steigende Mieten und Preise vorherrschten, litten ländliche oder strukturschwache Regionen unter Wohnungsleerständen und stagnierenden Mieten bzw. Immobilienpreisen.
Laut dem Wohngeld- und Mietenbericht sind die Angebotsmieten aus Wohnungsinseraten im Berichtszeitraum 2016 bis 2018 bundesweit um jährlich rund fünf Prozent gestiegen. In den Innenstädten der großen Metropolen waren es rund sechs Prozent. Demgegenüber sei die Entwicklung der Bestandsmieten nach dem Mietenindex des Statistischen Bundesamtes von 2016 bis 2018 mit einer jährlichen Steigerungsrate von knapp 1,6 Prozent eher moderat verlaufen. Die durchschnittliche Bruttokaltmiete betrug 2017 im Bestand 7,36 Euro je Quadratmeter und Monat.
Die Bundesregierung weist auf die im September 2018 beschlossene Wohnraumoffensive hin, die die Schaffung von 1,5 Millionen neuen Wohnungen bis 2021 vorsieht. Damit will die Politik die Wohnraumsituation entspannen und der wachsenden Nachfrage gerecht werden. Zudem sei für den 1. Januar 2020 eine Reform des Wohngeldes geplant.
In einer Reaktion auf den Wohngeld- und Mietenbericht kritisierte der Deutsche Mieterbund (DMB), dass „die bisherigen Lösungsansätze und -versuche der Bundesregierung viel zu kurz greifen, um die Ziele zu erreichen, 1,5 Millionen neue Wohnungen in dieser Legislaturperiode zu bauen und die Bezahlbarkeit des Wohnens sicherzustellen“, so DMB-Geschäftsführer Ulrich Ropertz. „Der Wohnungsneubau, insbesondere der Bau bezahlbarer Mietwohnungen, hinkt weit hinter dem Bedarf zurück. Benötigt werden mindestens 80.000 neue Sozialmietwohnungen und 120.000 neue, für Normalverdiener erschwingliche Mietwohnungen“, so Ropertz weiter.