VEKA AG
Branchennews Branchennews allgemein
27.05.2019

Baugenehmigungen im ersten Quartal rückläufig

Der Wohnungsbau boomt, doch die Genehmigungszahlen geraten ins Stocken. Dies zeigen die aktuellen Daten des Statistischen Bundesamts. Demnach erteilten die Baubehörden in Deutschland im ersten Quartal 2019 Genehmigungen für den Bau von 75.600 Wohnungen. Das bedeutet einen Rückgang von 2,8 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Vor allem der Mehrfamilienhausbereich, zuletzt Motor im Wohnungsbau, gab mit einem Rückgang von 4,4 Prozent auf 37.700 Genehmigungen deutlich nach. Auch bei Zweifamilienhäusern zeigte sich mit minus 4,0 Prozent eine negative Tendenz. Positiv entwickelten sich hingegen die Zahlen für Einfamilienhäuser – hier meldet das Statistische Bundesamt für Januar bis März 2019 ein Plus von 2,3 Prozent auf 21.200 Genehmigungen.
Verbände der Bau- und Immobilienwirtschaft reagierten besorgt auf die Entwicklung. Der Wohnungsmangel in Deutschland werde zur Dauersituation, konstatierte der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen. Die sinkenden Genehmigungszahlen seien „ein Alarmsignal für die Zukunft des bezahlbaren Wohnens. Von den jährlich notwendigen neuen Wohnungen in Deutschland bleiben wir meilenweit entfernt“, erklärte GdW-Präsident Axel Gedaschko. Das Planungs- und Baubeschleunigungsgesetz müsse nun zügig kommen, forderte er. Nötig seien dauerhafte steuerliche Verbesserungen für den Wohnungsbau, eine aktive und vorausschauende Liegenschafts- und Bodenpolitik der Städte und Kommunen ebenso wie interkommunale Lösungen und Stadt-Umland-Kooperationen als neue Ansatzpunkte.
Der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Dieter Babiel, ergänzte: „Den Wohnungsbau kurbelt man nicht an, indem man ständig über Enteignung und das Einfrieren der Mieten diskutiert. Hiermit erreicht man nur das Gegenteil – die Investoren ziehen sich zurück. Es müssten jetzt endlich die wirklichen Probleme, wie fehlendes Bauland, die unterschiedlichen Landesbauordnungen, die Grundstücksspekulation und die Blockade der Sonderabschreibung angegangen werden.“
Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, mahnte: „Wir brauchen dringend Impulse für den Mietwohnungsbau. Hier setzen wir zum einen auf die angekündigten Vorschläge der Baulandkommission zur Baulandmobilisierung. Fehlendes Bauland droht die Wohnbauoffensive ins Leere laufen zu lassen.“