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02.10.2017

Preise für Wohneigentum erneut gestiegen

Die Preise für Wohneigentum in Deutschland sind in diesem Jahr durchschnittlich um über sechs Prozent gestiegen. Dies ist ein Ergebnis des „Deutschlandtrends Wohneigentum 2017“, den der Immobilienverband IVD vorgelegt hat. Demnach zeigen die Verkaufspreise des zweiten und dritten Quartals 2017 einen Anstieg von 6,56 Prozent. Wie der IVD weiter mitteilt, lag die Preissteigerung für Eigentumswohnungen im Bestand mit mittlerem Wohnwert im Jahr 2016 bei 6,03 Prozent gegenüber dem Vorjahr, 2015 noch bei knapp fünf Prozent.

Seit 2010 halte der Trend zu höheren Kaufpreisen an. Der Grund sei nach wie vor die Wohnraumknappheit, erklärt IVD-Präsident Jürgen Michael Schick und fordert: „Die neue Bundesregierung muss reagieren und die Förderung von Wohneigentum wieder in ihr Blickfeld rücken. Nach zehn Jahren reiner Mietenpolitik ist es endlich an der Zeit, den Erwerb von Wohneigentum zu unterstützen.“

Während sich die Preisdynamik im Bestand in den Metropolen und Großstädten verlangsamt hat, ist laut IVD nun insbesondere in den kleineren und mittleren Städten ein stärkerer Anstieg zu beobachten. Im Neubau geht der Trend hingegen in eine andere Richtung: Hier weisen insbesondere die kleineren Großstädte und die Metropolen eine erhöhte Preisdynamik auf. Im Neubau (mittlerer Wohnwert) haben die Preise in den Metropolen mit einem Plus von 8,15 Prozent in diesem Jahr stärker zugelegt als im Bestand.

Sorgen bereitet den IVD-Experten nicht zuletzt der starke Zuwachs bei den Baugrundstückspreisen. Deutschlandweit seien Baugrundstücke in normaler Wohnlage um 6,11 Prozent teurer geworden – im Vorjahr waren es noch 4,95 Prozent gewesen. In den Metropolen war der Preisanstieg sogar zweistellig. Grund sei der enorme Mangel an freien Bauflächen in den Großstädten. „Eine breitere Ausweisung von Bauland ist dringend nötig“, unterstreicht Schick. 

Als größtes Hindernis beim Erwerb von Wohneigentum hat der IVD die in den letzten Jahren stark gestiegene Grunderwerbsteuer ausgemacht. 2006 habe sie bundesweit noch bei 3,5 Prozent gelegen. Heute müssten Hauskäufer in fünf Bundesländern bereits 6,5 Prozent Grunderwerbsteuer zahlen. Dies verteuere eine 300.000 Euro kostende Wohnung um knapp 20.000 Euro. Die IVD fordert daher die Senkung des Steuersatzes bundesweit auf 3,5 Prozent. Denkbar sei auch ein Freibetrag für Erstkäufer, um die Kaufnebenkosten zu senken und den Immobilienerwerb zu erleichtern.