VEKA AG
Branchennews Branchennews allgemein
01.11.2017

Neues Bauvertragsrecht: Ab 2018 mehr Sicherheit für private Bauherren

Das ab dem 1. Januar 2018 in Kraft tretende neue Bauvertragsrecht bietet Bauherren mehr Rechtssicherheit beim Bau einer neuen Immobilie. Darauf weist die LBS West in Münster hin. Der Gesetzgeber habe einen neuen Vertragstypus geschaffen, den „Verbraucher-Bauvertrag“. Er gelte für alle privaten Bauherren, die mit einem Bauunternehmen als Vertragspartner ein Gebäude neu errichten oder einen umfangreichen Umbau vornehmen lassen. Das neue Bauvertragsrecht räumt Bauherren zum Beispiel im Hinblick auf Baubeschreibung, Fertigstellungszeitpunkt oder Widerruf mehr Rechte ein.
Wie LBS-Rechtsexpertin Agnes Freise erläutert, müssen Bauunternehmen ab 2018 in der Baubeschreibung die wesentlichen Eigenschaften des Objekts eindeutig benennen, etwa Baukonstruktion, Schallschutz, Innenausbau und Gebäudetechnik. Auch Pläne mit genauen Raum- und Flächenangaben seien Pflicht. Bisher seien Baubeschreibungen oft unvollständig und ungenau gewesen, so die LBS-Expertin.
Ebenfalls neu sei, dass Bauunternehmen ab 2018 grundsätzlich eine verbindliche Zusage zum Fertigstellungstermin geben müssen. So könnten bei Verzögerungen leichter Schadenersatzansprüche geltend gemacht werden.
Mehr Klarheit gebe es auch beim Bezahlen: Die oft unklaren Modalitäten bei Abschlagszahlungen seien nun passé. Ab 2018 sei die Höhe der Abschlagzahlungen auf 90 Prozent der Gesamtvergütung begrenzt. Besseren Schutz für Bauherren biete auch das neue Widerrufsrecht. Wie Freise erklärt, können private Bauherren ab 2018 einen Verbraucher-Bauvertrag mit einer Frist von 14 Tagen widerrufen. Der Widerruf müsse nicht begründet werden und dürfe für den Bauherrn keine Kosten verursachen.