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20.11.2017

KfW Research: Genug Baugenehmigungen, aber zu wenig Fertigstellungen

An Baugenehmigungen mangelt es in Deutschland nicht – wohl aber an Fertigstellungen. So lässt sich in knappen Worten das Kernergebnis einer aktuellen Analyse von KfW Research unter Beteiligung des Forschungsinstituts empirica zusammenfassen. Demnach wurden in Deutschland im Jahr 2016 rund 278.000 neue Wohnungen fertiggestellt. Um bestehende Wohnungsengpässe zu beseitigen, hätten es jedoch 90.000 bis 120.000 Wohnungen mehr sein müssen, teilt KfW Research mit. Über die letzten Jahre habe sich so ein Überhang von 600.000 Wohnungsbaugenehmigungen angehäuft, der auf Umsetzung warte.
Die Gründe für diese Entwicklung sehen die KfW-Experten nicht so sehr in langwierigen Genehmigungsverfahren auf kommunaler Ebene. Vielmehr dauere der Bau von größeren Mehrfamilienhäusern auch bei zügigem Baufortschritt oft länger als zwei bis drei Jahre. Hinzu kämen Kapazitätsengpässe in der Bauwirtschaft, die durch die anhaltende Hochkonjunktur am Bau seit Jahren stark ausgelastet sei. Zudem gebe es Investoren, die Baugenehmigungen auf Vorrat einholten und die dahinterliegenden Projekte zunächst nicht umsetzten, weil sie auf steigende Mieten und Immobilienpreise spekulierten.
Nach Einschätzung der KfW müssten bis 2030 etwa 4,4 Millionen neue Wohnungen entstehen, um den Bedarf zu decken. „Bereits der Abbau des bestehenden enormen Überhangs von Baugenehmigungen würde erheblichen Druck von den angespannten Wohnungsmärkten nehmen“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe.