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21.08.2017

Deutliches Minus bei Baugenehmigungen

Die Zahl der Baugenehmigungen ist im ersten Halbjahr 2017 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum deutlich gesunken. Der Rückgang lag bei 7,3 Prozent, teilt das Statistische Bundesamt mit. So genehmigten die Behörden in Deutschland von Januar bis Juni 2017 den Bau von rund 169.500 Wohnungen – das sind 13.400 weniger als im ersten Halbjahr 2016.
Mit minus 9,5 Prozent (um 4.800 auf 45.300 Genehmigungen) war die Abnahme bei Einfamilienhäusern am größten. Bei Zweifamilienhäusern gab es 2,2 Prozent weniger Genehmigungen (um 244 auf 11.100). Gegen den Trend verzeichnete das Statistische Bundesamt bei Mehrfamilienhäusern einen leichten Zuwachs von 1,8 Prozent (um 1.400 auf 82.100 Genehmigungen).
Gesunken sind wiederum die Baugenehmigungen für Wohnungen in Wohnheimen (um 31,8 Prozent bzw. 3.900 Wohnungen). Zu dieser Kategorie zählen unter anderem Flüchtlingsunterkünfte. Ebenfalls rückläufig waren im ersten Halbjahr Bestandsmaßnahmen: So gingen die Genehmigungen für Um- und Ausbaumaßnahmen an bestehenden Gebäuden um 22,2 Prozent oder 5.700 Wohnungen zurück.
Als wenig überraschend wertet der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen die aktuelle Entwicklung. „Der Anstieg der Baugenehmigungszahlen im vergangenen Jahr wurde durch mehrere Faktoren wie den Vorzieheffekt durch die EnEV 2016 bedingt. Da sich die Rahmenbedingungen seitdem nicht verbessert haben, war der Rückgang der Zahlen leider zu erwarten“, erklärt BFW-Präsident Andreas Ibel. Auch die Entwicklung der Flüchtlingszahlen spiele eine Rolle: Aufgrund des großen Flüchtlingszuzugs seien die Baugenehmigungszahlen im ersten Halbjahr 2016 bei Wohnungen in Wohnheimen um 174 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Diese Zahlen seien im ersten Halbjahr 2017 um knapp 32 Prozent zurückgegangen und wirkten sich entsprechend auf das Gesamt-Ergebnis aus.
Als weiteren Faktor sieht der BFW die schwierigen politischen Rahmenbedingungen für den Neubau. Zu nennen seien hier Baulandmangel, administrative Hürden sowie bauordnungsrechtliche Kostentreiber. „Ohne entsprechende Impulse für bessere politische Rahmenbedingungen ist ein nachhaltiger Anstieg der Baugenehmigungs- und Baufertigstellungszahlen nicht zu erwarten“, resümiert Ibel.