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24.02.2016

Bund und Handwerk wollen 10.000 junge Flüchtlinge an eine Ausbildung heranführen

Das Bundesbildungsministerium (BMBF), die Bundesagentur für Arbeit (BA) und der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) haben eine gemeinsame Qualifizierungsinitiative für junge Flüchtlinge gestartet. Ziel ist es, Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge sowie Asylbewerber oder Geduldete mit Arbeitsmarktzugang an eine Ausbildung im Handwerk heranzuführen. Dazu wollen die Kooperationspartner ein umfassendes Qualifizierungs- und Betreuungssystem aufbauen sowie eine intensive fachliche Berufsorientierung und Berufsvorbereitung anbieten. Auf diese Weise sollen bis zu 10.000 Flüchtlinge in eine Handwerks-Ausbildung integriert werden. Das Programm ist zunächst auf 24 Monate angelegt. Im Jahr 2016 stellt das BMBF 20 Millionen Euro zur Verfügung.
„Wir wissen, dass rund die Hälfte der Flüchtlinge unter 25 Jahre alt ist, viele von ihnen haben eine gute Bleibeperspektive. Ihre Integration kann gelingen, wenn wir sie dabei unterstützen, einen Ausbildungsplatz zu bekommen und eine Ausbildung auch erfolgreich zu absolvieren. Sie sollen ihre Neigungen und Stärken kennen lernen, indem sie praktische Erfahrungen in verschiedenen Berufsfeldern sammeln. Entscheidend dafür sind eine frühe Berufsorientierung und eine Begleitung hin zu einem Ausbildungsplatz“, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka.
Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, verwies auf das Programm „Perspektive für junge Flüchtlinge im Handwerk“, das bis zu 10.000 junge Menschen dabei unterstützt, grundlegende Sprachkenntnisse und Berufskenntnisse im handwerklichen Bereich zu erwerben. ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer ergänzte: „Die Motivation der jungen Flüchtlinge ist hoch – mit einer Berufsorientierung und fachlichen Berufsvorbereitung in unseren Bildungsstätten wird ihnen der Schritt in die betriebliche Ausbildung gelingen.“
Die nun gestartete Qualifizierungsinitiative richtet sich an Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge sowie an Asylbewerber oder Geduldete mit Arbeitsmarktzugang. Flüchtlinge, die teilnehmen wollen, sollten nicht mehr schulpflichtig und unter 25 Jahre sein. Sie sollten über gute deutsche Sprachkenntnisse verfügen und sich im deutschen Ausbildungs- und Beschäftigungsmarkt orientieren können. Um das sicherzustellen, sollten die Interessenten einen Integrationskurs des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge sowie das BA-Programm „Perspektiven für junge Flüchtlinge“ durchlaufen haben.
Daran schließt sich die „Berufsorientierung für Flüchtlinge“ an. Darin bereitet das BMBF die jungen Flüchtlinge auf eine Ausbildung im Handwerk vor und setzt dabei auf eine vertiefte fachliche und praktische Berufsorientierung in den Bildungszentren des Handwerks. 10.000 Plätze stehen hier bereit. Das Handwerk bietet betriebliche Praktika für die Teilnehmer an und stellt die Infrastruktur der Bildungsstätten zur Verfügung.