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29.12.2017

Bauwirtschaft sieht drei große Baustellen für die Politik

Wohnungsbau, öffentliche Infrastruktur und die Rahmenbedingungen für die Baubranche: Das sind aus Sicht der Bundesvereinigung Bauwirtschaft (BVB) die drei Großbaustellen, an denen die die Politik im Interesse von Arbeitsplätzen und Wohlstand am dringendsten arbeiten müsse. Dies sagte Karl-Heinz Schneider, Vorsitzender der Bundesvereinigung, anlässlich des 5. Deutschen Bauwirtschaftstages in Berlin.
Beim Wohnungsbau sei der Staat gefordert, der aktuellen Wohnungsnot, die hausgemacht sei, entgegenzuwirken. Die Bundesvereinigung Bauwirtschaft fordert eine Erhöhung der AfA von zwei auf mindestens drei Prozent. Auch die Standards und technischen Anforderungen an den Wohnungsneubau gehörten auf den Prüfstand. Mit der derzeit gültigen EnEV sei ein Niedrigstenergiestandard erreicht, mit dem Deutschland im europäischen Vergleich weit vorne liege. „Eine weitere Verschärfung der EnEV hin zu einem Passiv- oder gar Plusenergiehaus würde einen Kostenanstieg bedeuten, der diesen letzten Schritt zumindest jetzt nicht rechtfertigt“, betonte Schneider. Kritik übte er auch an den erfolglosen Versuchen der Politik, eine steuerliche Förderung für Modernisierungsmaßnahmen auf den Weg zu bringen
Bei der öffentlichen Infrastruktur schiebe allein der kommunale Bereich ein Investitionsvolumen von rund 130 Milliarden Euro vor sich her. Es räche sich nun, dass Bauämter und Straßenverwaltungen in den vergangenen Jahrzehnten erheblich Personal abgebaut hätten. Damit fehle auch der ausführenden Bauwirtschaft ein sach- und fachkundiges Pendant bei öffentlichen Aufträgen.
Mit Blick auf die Rahmenbedingungen für die Betriebe warnte Schneider davor, die Kostenbelastung des Faktors Arbeit weiter zu erhöhen. Er forderte die künftige Bundesregierung auf, „alles Notwendige dafür tun, die Sozialbeiträge dauerhaft auf 40 Prozent zu begrenzen“.