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09/23/2015

ZDB fordert Aussetzung der EnEV

Um der Wohnungsnot in Ballungsgebieten entgegenzuwirken, fordert der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) eine vorübergehende Aussetzung der nächsten Stufe der Energieeinsparverordnung, die ab 1. Januar 2016 in Kraft treten und die energetischen Anforderungen weiter verschärfen soll. ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa bezieht sich auf eine Äußerung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die erklärt hatte, bei der Unterbringung von Flüchtlingen sei nun eher deutsche Flexibilität statt deutscher Gründlichkeit gefragt. „Mit dem Hinweis, dass man womöglich auf Anforderungen im Brandschutz, bei der Höhe von Treppengeländern oder bei der Wärmedämmung beim Umbau von Kasernen in Flüchtlingsunterkünfte verzichten müsse, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer gestrigen Sommerpressekonferenz auf einige Kostentreiber im Wohnungsbau hingewiesen. Wir fordern daher, dass, sollte es Übergangsregelungen geben, diese dann auch für den gesamten Wohnungsbau gelten“, betonte Pakleppa.
Der ZDB weist darauf hin, dass vor dem Hintergrund des starken Zustroms von Flüchtlingen nach Deutschland dauerhaft mehr als 300.000 neue Wohnungen jährlich gebaut werden müssten – vor allem für Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen. Schon die Erhöhung der Anforderungen der EnEV 2014 an neue Wohnungen, die ab 1. Januar 2016 in Kraft tritt, führe zu einer Verteuerung der Wohnungen von knapp zehn Prozent. Dies werde sich auch auf die Mieten auswirken. „Wir fordern daher, diese Erhöhung für die nächsten vier Jahre auszusetzen, um den Wohnungsneubau nicht weiter zu belasten“, so Pakleppa. Nötig sei ein Maßnahmenbündel, unter anderem mit einer Erhöhung der linearen AfA (alternativ Wiedereinführung einer degressiven AfA) und einer Überprüfung von Normen und technischen Standards sowie von Kostentreibern wie der extrem hohen Grunderwerbsteuer in vielen Bundesländern oder den hohen Kosten für Bauland.