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12.02.2016

Mittelstand: Rekord-Geschäftslage, aber Sorge wegen Fachkräftemangel

Der deutsche Mittelstand sieht im Fachkräftemangel das größte Risiko für die Unternehmensentwicklung. Dies ist ein zentraler Befund des Mittelstandsbarometers der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Ein weiteres Ergebnis ist die Tatsache, dass derzeit 56 Prozent der Mittelständler uneingeschränkt zufrieden mit der Geschäftslage sind. Dieser Wert wurde seit der ersten Durchführung der Studie im Jahr 2004 nur einmal – im Juli 2014 – erreicht. Beim Blick in die Zukunft zeigten sich die Befragten ebenfalls optimistisch: 36 Prozent erwarten in den kommenden sechs Monaten eine weitere Verbesserung der Geschäftslage. Für das Mittelstandsbarometer wurden 3.000 mittelständische Unternehmen in Deutschland befragt.
Getrübt wird die Stimmung durch den spürbaren Fachkräftemangel. So beklagt jeder zweite (49 Prozent) Mittelständler Umsatzeinbußen, weil ihm geeignete Fachkräfte fehlen. Der Schaden durch entgangene Umsätze liege bei jährlich knapp 46 Milliarden Euro. Viele Unternehmer sehen jedoch Chancen, dass Flüchtlinge den Fachkräftemangel in Deutschland mildern können. 55 Prozent der Mittelständler rechnen damit, dass die nach Deutschland kommenden Flüchtlinge zu einer Reduzierung des Fachkräftemangels beitragen können. Eine riesige Mehrheit von 85 Prozent würde Flüchtlingen im eigenen Betrieb einen Job geben. Daher sei es wichtig, Menschen, die Anspruch auf Asyl haben, schnell in die Gesellschaft und in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren. Dies erfordere jedoch erhebliche Anstrengungen und Investitionen im Bereich Bildung und Ausbildung, insbesondere für den Spracherwerb.
32 Prozent der Befragten kündigten an, in den kommenden sechs Monaten Personal aufbauen zu wollen. Nur bei elf Prozent soll die Mitarbeiterzahl sinken. Allerdings können 62 Prozent der Unternehmen offene Stellen nicht besetzen. Hochgerechnet seien im deutschen Mittelstand derzeit 360.000 Stellen nicht besetzt.