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16.01.2017

Fraunhofer-Studie zu Feuchte und Schimmel in Wohnungen

Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP hat eine Studie durchgeführt um zu ermitteln, wie verbreitet Feuchteprobleme und Schimmelbefall in deutschen und europäischen Wohnungen sind. Auch die Auswirkungen auf Mensch und Gebäude wurden untersucht. Wie das Fraunhofer IBP mitteilt, stehen allein in Deutschland rund zehn Prozent der Bauschadensfälle mit Schimmel in Zusammenhang. Laut der Erhebung der IBP-Wissenschaftler leben in der Europäischen Union inklusive Island, Norwegen und der Schweiz rund 84 Millionen Menschen in feuchten Wohnungen.
In die am Fraunhofer IBP erstellte Grundlagenstudie flossen 170 wissenschaftliche Erhebungen ein. Die Auswertung für die Meta-Studie zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen Atemwegsinfektionen und feuchten, schimmeligen Innenräumen. So sei die Wahrscheinlichkeit, an Asthma zu erkranken, um 40 Prozent höher, wenn Menschen in einer von Schimmel befallenen Wohnung leben. „Grundsätzlich sind wir der Überzeugung, dass Schimmel und dessen Verhinderung ein wichtiges Thema in Forschung und Entwicklung für das gesunde Wohnen sind. Die grundlegende Erhebung, die wir durchgeführt haben, hat dies einmal mehr bestätigt“, erklärt Prof. Gunnar Grün, stellvertretender Institutsleiter am Fraunhofer IBP und Leiter der Abteilung Energieeffizienz und Raumklima.
Ursachen für Schimmelbildung können in einer nicht ausreichenden Lüftung liegen, in deren Folge sich Feuchte in den Innenräumen anreichert. Die überhöhte Luftfeuchtigkeit in Kombination mit kühleren Außenwänden – beispielsweise auf Grund mangelnder Wärmedämmung – biete dann ideale Bedingungen für Schimmelwachstum. Ein weiteres Problem sieht das Fraunhofer IBP in einem zu schnellen Bezug von neuen Gebäuden, da eine zu hohe Baurestfeuchte ebenfalls innerhalb kürzester Zeit Schimmelbildung nach sich ziehen könne. Zudem könnten Baumängel wie Wärmebrücken, fehlerhafte Dämmung oder Wasserschäden durch schadhafte Leitungen Schimmelbildung begünstigen.