VEKA AG
Branchennews Branchennews allgemein
02.12.2016

Bundesregierung verteidigt Honorarordnung für Architekten und Ingenieure

Die Europäische Kommission will gegen die Bundesrepublik Deutschland Klage vor dem Europäischen Gerichtshof erheben. Grund ist die verbindliche Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI), an der Deutschland festhält. Die EU-Kommission argumentiert, dass die Honorarordnung die Niederlassungsfreiheit durch ihre verbindlichen Mindestsätze behindert: Ohne die Mindestsätze würden sich mehr aus- und inländische Büros in Deutschland niederlassen, und das komme der Wirtschaft und dem Wettbewerb zugute.
Dem hält die Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, Barbara Ettinger-Brinckmann, entgegen, dass die Zahl der Architekturbüros in Deutschland von 35.021 im Jahr 2008 auf über 41.117 im Jahr 2014 gestiegen sei. Es könne also keine Rede davon sei, dass die HOAI In- und Ausländer daran hindere, sich hierzulande niederzulassen. Ein Preiswettbewerb bei Planungsleistungen verfehle das Ziel einer guten Planung, denn billigere Planung bedeute in aller Regel weniger und schlechtere Planungsqualität. Wer am Planen spare, zahle später beim Bau und im Betrieb des Gebäudes vermeidbare erhöhte Kosten, so Ettinger-Brinckmann.
Unterstützung für die Beibehaltung der HOAI kommt auch von höchster politischer Seite: „Die Bundesregierung widerspricht entschieden den von der Kommission behaupteten Verstößen gegen europäisches Recht und wird die verbindliche Honorarordnung auch vor dem EuGH verteidigen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Bundesbauministeriums. Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure sei „ein wichtiges und unverzichtbares Instrument zur Sicherung einer hohen Planungsqualität. Der Erhalt des verbindlichen Preisrechts für Architekten- und Ingenieurleistungen in Deutschland ist die Voraussetzung für einen fairen Leistungswettbewerb. Architekten- und Ingenieurleistungen dürfen nicht zu Dumpingpreisen angeboten werden“, unterstreicht Bundesbauministerin Barbara Hendricks.